EP

Herzlich willkommen!

Gott segne unser Land - täglich auf's Neue!

„Wir haben unserem Gott die Treue gebrochen, als wir uns fremde Frauen von den Völkern des Landes genommen haben. Nun, es ist trotz allem noch Hoffnung für Israel! So lasst uns nun mit unserem Gott einen Bund schließen, dass wir alle fremden Frauen und die Kinder, die von ihnen geboren sind, hinaustun nach dem Rat meines Herrn und derer, die die Gebote unseres Gottes fürchten, dass man tue nach dem Gesetz.“ (Esra 10, 2+3).

Dein Volk ist mein Volk

Die Bibel schenkt uns wunderbare Geschichten. Doch es gibt sperrige Abschnitte, die wie Dornen sind. Sie stechen. Es geht unter die Haut, wenn Esra erklärt:

„So lasst uns nun mit unserem Gott einen Bund schließen, dass wir alle fremden Frauen und die Kinder, die von ihnen geboren sind, hinaustun nach dem Rat unseres Herrn und derer, die die Gebote unseres Gottes fürchten.“ Das wird selten gepredigt. Esra wendet sich nicht gegen fremde Frauen, weil sie fremd sind, sondern weil sie fremde Kulte ins Volk mischen. Gottes Gebote und der Glaube an den einen HERRN werden missachtet. Das ist der Schaden für Israel. Selbst König Salomo war genau an diesem Punkt gescheitert. Nicht fremde Königstöchter wurden ihm zum Verhängnis, sondern deren Festhalten an heidnischen Kulten. Die Bibel ist nicht fremdenfeindlich. Im Gegenteil. Die kanaanitische Hure Rahab aus Jericho und die Moabiterin Ruth gehören zu Israel. Wir finden sie im Stammbaum Jesu. Freilich, Ruth ist sehr bewusst mit ihrer Schwiegermutter nach Israel gezogen, die das verhindern wollte: „Geh zurück in dein Land!“ Doch Ruth blieb klar: „Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“ So wurde die Moabiterin zur Stammmutter Davids und führt zu Jesus. Esra lässt jeden Einzelfall fragwürdiger Ehen prüfen - jeweils vor Ort, wo sich die Leute kennen. Sicher gab es Gespräche mit den fremden Frauen: Ins Volk Israel einwurzeln oder ausreisen!

Das ist hart und hilfreich zugleich. Ich sehe auf unser Land. Gehören zu den Taten bedingungsloser Nächstenliebe auch Fragen nach gebotener Verantwortung für das eigene Volk? Wer bleiben will, darf einwurzeln; wird gesegnet und selbst zum Segen. Und dennoch: Es bleibt ein Wort mit Dornen.

Knut Klartext April16