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Dschihad

Manfred Kleine-Hartlage,

Das Dschihad-System. Wie der Islam funktioniert

„Der Dschihad richtet sich nicht einfach gegen andere Religionen, sondern auch gegen ihre Anhänger: gegen ihr Eigentum, ihre Rechte, ihre Selbstachtung, ihr Leben. Nicht nur gegen ihre Anhänger, sondern gegen die Strukturen, die zwischen ihnen Solidarität stiften und sie zu kollektivem Handeln befähigen: gegen ihre Mythen und Ideologien, gegen Staaten und Kirchen, gegen Nationen und Glaubensgemeinschaften."

Mit solchen Sätzen fasst Kleine-Hartlage seine nüchterne Darstellung des Dschihad-Systems zusammen, die auf nahezu 300 Seiten detailliert und verständlich geschrieben ist. Der Autor erklärt eingangs unsere kulturellen Denkvoraussetzungen - unsere westliche, christliche, aufgeklärte Sicht der Welt. Humanismus, Pazifismus, Toleranz verhindern vielfach den Blick auf das, was Islam im Innersten ist und will. Der Autor arbeitet geradezu Gegensätze heraus, die westliches Denken gern übersehen bzw. harmonisieren will. Er bringt es auf den Punkt: „Was im jüdisch-christlichen Kontext als böse gilt, gilt hier als gut, soweit es die Ausbreitung des Islam fördert." (kursiv im Original).

Über den Begriff „Dschihad" wird viel diskutiert und manches fabuliert, wie friedlich oder gefährlich Islam ist. Seit dem 11. September 2001 ist „Dschihad" in vieler Munde, in vielen Zeitungen und Büchern. Kleine-Hartlage beginnt nicht von den Phänomenen her zu schlussfolgern, von Terror, Taliban und Todesurteilen. Er setzt nicht außen an, sondern innen, wo er eine Dschihad-Ideologie als Basis des Islam entdeckt und akribisch analysiert. Nicht eine unbestimmte Gefühlslage, sondern sorgfältig erwogene Fakten stützen die Aussagen. Soziale, politische, und geistesgeschichtliche Hintergründe werden ausgeleuchtet. Eine umfangreiche Themenanalyse des Korans bildet die Grundlage und zeigt islamisches Selbstverständnis. So wird von der Koran-Ideologie her die Sicht auf Frauen, Juden, Christen verdeutlicht. Der Autor schildert, dass kriegerische Erfolge im Kampf gegen Andersgläubige gewissermaßen der Selbstbeglaubigung dienen. „Wahr ist, was siegt!" So gesehen ist der Siegeslauf der Lehre Mohammeds in den vergangenen Jahrhunderten als islamische Erfolgsgeschichte zu verstehen. Niederlagen dagegen säen Selbstzweifel an der Überlegenheit der eigenen Weltanschauung.

In einem Exkurs erklärt Kleine-Hartlage „Warum das Christentum mit der Moderne vereinbar ist, der Islam aber nicht". Einem (aufgeklärten) Euro-Islam kann der Autor auch für die Zukunft nicht erkennen, denn ein „moderner" Islam würde diesen „entkernen". Den Kern und zugleich die Klammer sieht der Autor aber im Dschihad-System. Dass damit keineswegs nur an Kampf und Krieg zu denken ist, zeigt ein Kapitel am Ende: „Der demografische Dschihad".  Überhaupt können Unterwanderung und Unterdrückung auch ohne offene Gewalt zur Herrschaft des Islam führen. Im Dschihad werden nichtislamische Gesellschaften anfangs verändert und schließlich verdrängt. Das Buch endet: „Die europäischen Werte der Toleranz, des Ethos, der Selbstkritik, der Ächtung von Gewalt, der Heiligung menschlichen Lebens, des intellektuellen Zweifels, des reflexiven Rechts, der Gleichheit aller Menschen - und nicht zuletzt die Fähigkeit zum selbstironischen Humor - werden mitsamt den Völkern, die das alles hervorgebracht haben, zuerst an den Rand gedrängt und dann erstickt werden.".

Resch-Verlag München, 1. Auflage 2010, 19,90 Euro

ISBN 978-3-935197-96-0