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Gott segne unser Land - täglich auf's Neue!

KW 2020-43 Hurra: Wir sind gender!

Das gibt es nur in Deutschland: Gendersensible Nassrasierer. „Dass Rasierer nicht immer blau oder pink sein müssen, zeigt eine Absolventin der Hochschule Darmstadt. Sie hat einen geschlechtsneutralen Rasierer entworfen. Dafür ist sie jetzt mit einem Preis ausgezeichnet worden.“ Das notierte die FAZ Anfang des Monats.

Deutschland war die Nation mit zukunftsweisender Kraftwerkstechnologie, mit einem einzigartigen Maschinenbau und einem Automobilbau von Weltspitze. Deutsche Eisenbahntechnik wurde weltweit genutzt oder nachgebaut. Der Ursprung der Mondrakete Saturn-V war jenes Aggregat-4, das als erster Flugkörper den Weltraum erreichte. „Made in Germany“ war der Goldstandard der Technik. Jetzt haben wir einen Nassrasierer von Weltrang entwickelt und das Produkt auch umgehend ausgezeichnet. Designerin Teresa Laura Novotny wurde mit dem Henriette-Fürth-Preis des Gender- und Frauenforschungszentrums der Hessischen Hochschulen geehrt.

>>Novotny ist dort Absolventin im Studiengang Industrie-Design des Fachbereichs Gestaltung. „Pli“ nennt sie ihre Designstudie, für die sie den mit 500 Euro dotierten Preis gewonnen hat. Weltgewandtheit oder auch Schliff im Benehmen ist im Duden unter dem Begriff Pli zu lesen, und wie geschliffen wirkt auch der Rasierer. Die Designerin hat auf gummierte Oberflächen verzichtet, um keine Stereotype zu bedienen. Novotnys Rasierer besteht aus Edelstahl und lässt sich in einem Stück produzieren, wie es in der Beschreibung zur Designstudie heißt. Dabei sei das Material lediglich einen Millimeter dick. Auch beim wichtigsten Element wurde auf Unnötiges verzichtet: Der Kopf verfügt über nur eine Klinge, mehr sei für eine gründliche Rasur auch nicht nötig. Viel wichtiger als die inzwischen üblichen Mehrfachklingen seien Schärfe und Qualität, eine gute Vorbereitung der Haut und die richtige Rasiertechnik.<< (zit. FAZ 2020-10-08)

Hurra: Wir sind gender! Oder einfach nur gaga? Bleibt dem schlichten Staatsbürger die Frage: Wird Angela Merkel dieses Spitzenprodukt geschlechtsneutraler deutscher Technik weltweit ebenso forsch vertreten, wie zuvor das bayerische Start-up-Unternehmen „wirecard“, das inzwischen insolvent zur Lachnummer und zum Fall für den Staatsanwalt geworden ist?


KW 2020-42 „Merkels Machtmaschine“

Das ist der Titel eines Betrages in der Tageszeitung DIE WELT. Autor Thorsten Jungholt schaut auf den großen Erweiterungsbau des Kanzleramts und den immensen Personalzuwachs in den 15 Merkel-Jahren: „750 Mitarbeiter hat das Kanzleramt. Kein anderer Regierungschef hat es personell so aufgerüstet wie Angela Merkel. Die neue Größe dient vor allem als politischer Schutzschirm für die Amtsinhaberin.“

Im Land der kaputten Brücken, der maroden Autobahnen, der desolaten Bahnstrecken und oft völlig verwahrlosten Schulgebäude entsteht ein Prachtbau. Während das Volk mit Masken und Scheuklappen stumm geschaltet wird, und die Angst besetzten Massen „brachial“ (so Merkel) diszipliniert werden, entsteht „Merkels Machtmaschine“. Jungholt entdeckt Doppelbesetzungen, die der Machtsicherung der Kanzlerin dienen und schreibt: „Es ist der Versuch, die Richtlinienkompetenz gleichsam durch die Hintertür durchzusetzen. Statt die Ressourcen regierungsgemeinsam zu bündeln und zu steuern, was Konflikte bedeuten würde, werden Nebenstrukturen geschaffen. Effizient ist das nicht, aber es steigert den Personalbedarf. … So gesehen dient der Personalaufwuchs in der Ära Merkel nicht der strategischen Steuerung der Regierung, sondern eher als eine Art politisches Schutzschild für die Kanzlerin.“ (zit. WELT 2020-10-17)

Im Internet-Portal „tichyseinblick“ notiert der Journalist Peter Hahne (Buchautor „Seid ihr noch ganz bei Trost!“) am 12. Oktober: „Mit der Erweiterung auf insgesamt 50.000 Quadratmeter Grundfläche wäre der deutsche Regierungssitz dann 16 Mal größer als das amerikanische und 20 Mal größer als das britische Pendant. Wozu braucht Deutschland eine so große Regierungszentrale? Es reicht ja schon, wenn man zur Absicherung auch des letzten Parteigängers einen Mammut-Bundestag bekommt. Als vergangenen Freitag die Katze aus dem Sack gelassen wurde, entpuppte sich der propagandistisch als ‚Zweckbau‘ angepriesene Anbau als Bläh-Bau. Es handelt sich um puren Luxus, der hier geplant ist. Der ‚Anbau‘ enthält neun Wintergärten, die sich über fünf Etagen erstrecken und eine 250 Quadratmeter große Kanzlerwohnung, obwohl es im bestehenden Bau schon eine gibt, die noch nie genutzt wurde. Wer wohnt schon mit Kind und Kegel in einem seelenlosen Betonkasten. Übrigens gibt es dort kaum Spitzenkräfte mit Kindern (die auch der Autor nicht hat) Deshalb gleich ein Kindergarten mit nur 15 Plätzen. Der kostet allerdings mit 2,8 Millionen Euro dreimal so viel wie andere Kitas. Wenn schon, denn schon. Je Quadratmeter ist der Neubau mit sagenhaften 18.529 Euro kalkuliert, also weit über den Kosten jeder vergleichbaren Verwaltungsgebäude.“

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/blaeh-bau-kanzleramt-und-das-gepluenderte-volk/

Bleibt dem schlichten Staatsbürger die Frage: Wird Merkel dann 2021 mit ihrem Machtapparat im neuen Prachtbau auch die nächste Kanzlerschaft anstreben oder wird durch ein Virus bedingt, die Bundestagswahl verschoben bis alle geimpft sind, womit auch immer…


KW 2020-41 Nationalfeiertag – So schlimm war es lange nicht

Das war das Festwochenende „30 Jahre Deutsche Einheit“ mit dem Höhepunkt 3. Oktober 2020 in Potsdam: „Einheitsfeiern in Vollnarkose“ notierte Susanne Gaschke in der Tageszeitung DIE WELT. Und: „Leidenschaftslos lauschte die Politprominenz den Ansprachen des Bundespräsidenten und klatschte so, wie man in der Kirche klatscht. Wenn Sparkassen feiern, ist mehr los. Wen wundern da wachsendes Misstrauen und bröckelnder Zusammenhalt in diesem wunderbaren Land?“

Seit Februar 2017 ist Frank-Walter Steinmeier deutscher Bundespräsident. Er ist in der Reihe der Bundespräsidenten seit 1949 der zwölfte der ungekrönten Staatsoberhäupter. Trügt der Eindruck: Es ist eine Reihe abwärts!?

Denken wir an den gescheiterten Wulff, an den nicht geschiedenen Gauck mit Freundin im Amt und nun Steinmeier. Ist er noch mehr als die direkten Vorgänger eine Fehlbesetzung? Nein! Eher die totale Fehlbesetzung! Zu jenem Gerede, das als Festansprache verbreitet wurde, bleibt man ratlos zurück. Die Worte sprechen für sich.

Gaschke schreibt: „Deutschland steht ohnehin in dem Ruf, das Land der narkotisierenden Grußworte und implodierenden Tischreden zu sein. Aber so schlimm wie am Samstag (Tag der Deutschen Einheit) war es lange nicht. In einem Ambiente, das vage an die Grußkartenabteilung einer von Schließung bedrohten Karstadt-Filiale erinnerte, wetteiferten Bundesratspräsident Dietmar Woidke und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier darum, wer sein Redemanuskript am emotionslosesten vorlesen konnte. Beiden gelang das gut, denn ihre Dateien waren gänzlich frei von Anschauung, überraschenden Gedanken, literarischen Zitaten oder Humor. Verlinkt hingegen waren in den Texten Schlagworte wie Freude, Erinnerung, Ermutigung, Klima, Digitalisierung, Gestaltungsmacht, Ideen, Freiheit, Zukunft, Miteinander und Leidenschaft. …

Dass die musikalische Umrahmung des Ereignisses jedes Pathos und jeden Anspruch vermissen ließ und überwiegend aus deutschen Schlagern zweiter Ordnung bestand, mag ins samstägliche Sendekonzept der direkt übertragenden ARD gepasst haben.“

(zit. WELT 2020-10-04)

Bleibt die Frage: Wozu brauchen wir all diese „nichtssagenden Helden“ deutscher Politik? Wenn Sparkassen feiern, ist mehr los.

Es bleibt die Warnung aus einem Glaubenslied von 1561:

Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt,
will niemand Wahrheit hören;
die Lüge wird gar fein geschmückt,
man hilft ihr oft mit Schwören;
dadurch wird Gottes Wort veracht’,
die Wahrheit höhnisch auch verlacht,
die Lüge tut man ehren.


KW 2020-40 Nationalfeiertag: 30 Jahre Deutsche Einheit

Für das Ende von Mauer und Stacheldraht, für die friedliche Revolution, für die Wiedervereinigung: Wir dürfen so dankbar sein – für damals! Heute freilich überwiegen Sorgen und Ängste im Blick auf die Zukunft des Landes. Wirtschaftskrise, Bildungskrise, Flüchtlingskrise und nun noch Corona-Krise. In diesen Tagen gehen die Gedanken nicht nur dreißig Jahre zurück sondern auch fünf Jahre – auf 2015.

Chaim Noll wurde 1954 in der DDR geboren, ging 1984 nach West-Berlin und lebt seit 1995 in Israel. Im Interview mit der Zeitung „Junge Freiheit“ erklärt er:

„Der Sommer 2015 zeigte die Selbstpreisgabe der Bundesrepublik gegenüber dem Ansturm islamischer Migration – der die deutsche Gesellschaft und den deutschen Staat öffentlich als schwach entlarvt hat.

Was Entwicklungen auslöste, die etwa zur Zeit der Wiedervereinigung noch völlig unvorstellbar waren. Offenbar hat die Bundesrepublik ein schwaches Immunsystem. Die gleiche Erfahrung haben wir damals in bezug auf die Einflüsse der DDR gemacht. Das trug dazu bei, daß wir uns innerlich mehr und mehr ab lösten und zu Beginn der neunziger Jahre Deutschland verließen. Als auch die CDU auf Appeasement-Kurs einschwenkte, waren wir gesellschaftlich isoliert. ...

Was wir heute als Demontage der Demokratie erleben, hat damals schon begonnen. Nicht erst Angela Merkel, auch Helmut Kohl war kein Freund abweichender Meinungen – auch wenn es lange nicht so schlimm war wie heute.“

(zit.JF 2020-10-02)

Es bleibt der DANK – für damals!

Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib
und Kindesbeinen an
unzählig viel zu gut
bis hierher hat getan.