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Gott segne unser Land - täglich auf's Neue!

REMINISCERE

Zugegeben, das ist ein ungewöhnlicher Name: „Reminiscere“. So heißt dieser Sonntag im Kirchenlatein: „Gedenke!“. Den biblischen Hintergrund bilden Worte aus Psalm 25: „Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen!“

Ein Mensch bittet um Vergebung. Er appelliert an Gottes Güte. Er erinnert Gott an dessen Barmherzigkeit. Als Sünder steht er vor Gott. Vieles im Leben ist schief gelaufen. Eine bittere Erkenntnis. Das sind schwere Momente für jeden, wenn sich im Rückspiegel des Lebens krumme Linien zeigen. Wer will sich gerne Versagen eingestehen. Erst recht heutzutage. Erfolg, Kraft und strahlende Selbstdarstellung zählen. Und für alles, was nicht so gut läuft, gibt es Ausreden: Schuld sind andere oder die Umstände. Und: Andere machen das auch. Sind wir nicht alle kleine Sünderlein? Doch am Ende belügen wir uns selbst. Irgendwann ist der Karneval des Lebens vorbei. Hinter den Masken sehen wir oft erbärmlich aus. Das erkennt der Psalmbeter und so ruft er nach Gottes Erbarmen. Es ist eine orientalische Weisheit: „Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen.“

Genau dieses Wort sagt Gott in seiner Güte. Er schenkt einen Neuanfang. Das betende Gespräch mit Gott und der Austausch mit einem Menschen des Vertrauens öffnen diesen Weg. „Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit.“

Gesegnete Zeit,
Egmond Prill

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