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HUNDERTUNDZWANZIG

"Sto lat - hundert Jahre!" Das ist ein gängiger Geburtstagswunsch in Polen. "Glück, Gesundheit und hundert Jahre". Es ist heute gar nicht so selten, dass Menschen die hundert Jahre erreichen. Experten sagen für die Zukunft voraus: Wir werden älter. Der Kreis der Hundert-Jährigen wird wachsen. Die jüdische Tradition kann das noch steigern: "Hundertzwanzig!" Ein gesegnetes Leben endet nach hundertundzwanzig Jahren im Frieden mit sich selbst. Dann ist ein erfülltes Leben am Ziel und der Mensch geht durch das Tor des Todes in die Ewigkeit der Gottesnähe. Warum gerade hundertundzwanzig? Das war die Lebenszeit von Mose. Er hatte das Volk durch die Wüste geführt, die Gebote Gottes den Menschen gebracht. Er starb alt und lebenssatt nach hundertundzwanzig Jahren.

„Mose war hundertundzwanzig Jahre alt, als er starb. Seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war nicht verfallen.“ (5.Mose 34,7).

Die Bibel betont, er war kein Greis in erbärmlichem Zustand, sondern als alt gewordener Mensch an sein Ende gekommen. Er hatte noch den klaren Blick, sogar die Manneskraft war ihm erhalten. Doch dieses Leben hatte sich mit hundertundzwanzig vollendet. Eine fast zu schöne Vorstellung. Für viele Menschen geht es früher zu Ende. Nur zu oft sind letzte Lebensjahre durch Verluste und Krankheiten geprägt. Auch das sind vollendete Leben. Die Menge der Jahre allein zählt nicht. Dennoch bleibt es ein guter Wunsch: "Hundert Jahre!" oder sogar die "Hundertzwanzig!".

Gesegnete Zeit,
Egmond Prill

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